Männer leiden auch unter der Geschlechtertrennung

Wo treffen Moellige

Vor Gott gleichberechtigt, doch der Mann erbt mehr Männer und Frauen sind vor Gott beide gleich und deshalb auch gleichberechtigt, sagt der Koran. Darin sind sich Islamwissenschaftler einig. Doch weil Mann und Frau sich körperlich unterscheiden und deshalb verschiedene Stärken und Schwächen haben, hat Gott ihnen laut Koran unterschiedliche Aufgaben zugeteilt. Die Rechte des einen ergeben daher nach der Lehre des Korans auch die Pflichten des anderen und umgekehrt. Der Mann etwa ist im Islam verpflichtet, allein für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen. Er muss sich vor Gott dafür verantworten, dass es seiner Familie gut geht. Wenn eine Frau dagegen durch ihre Arbeit eigenes Geld verdient, braucht sie davon nichts an die Familie abzugeben. Deshalb werden Männer und Frauen bei der Erbfolge auch unterschiedlich berücksichtigt: Frauen erben nur die Hälfte des Vermögens, das einem Mann zustehen würde, weil er davon auch seine Angehörigen mitversorgen muss. Die Frau dagegen trägt die Hauptverantwortung für das Wohl der Kinder.

Warum meine Generation zu blöd für die Liebe ist

Das ultrakonservative Königreich gilt vielen als Inbegriff der Benachteiligung von Frauen. Doch außerdem viele Männer sind mit der Rollenverteilung und den Zwängen einer auferlegten Machokultur unzufrieden. Dabei sind wir Männer von dem wahhabitischen Irrsinn genauso betroffen, sagt Abdelmeguid, stöhnt und knetet seine Hände, die Einweghandschuhe knistern. Damals ging der Staat einen Deal mit dem wahhabitischen Klerus ein: Dieser erhielt ein politisches Mitspracherecht, im Gegenzug verlieh er dem Königreich religiöse Legitimität. Jahrzehntelang galten Allgemeinheit Kleriker als zentrale Stütze der Monarchie, sie steuerten Familien- und Gesellschaftspolitik und installierten die Religionspolizei, die vor allem Frauen das Leben in der Öffentlichkeit schwer machte. Mahmoud Abdelmeguid, der Mann im Operationssaal-Restaurant, ist in Ägypten aufgewachsen. Dort essen Frauen und Männer am selben Tisch, sie feiern gemeinsam Hochzeiten und sitzen nebeneinander im Kino. Der zweifache Familienvater lebt seit elf Jahren in Saudi-Arabien, hier verdient er das Vierfache von dem, was er all the rage Ägypten erwirtschaften würde - die Einschränkungen im Alltag nimmt er deshalb all the rage Kauf.

Eher eine Frage der Tradition als der Religion

Denn bleibt keine Zeit für private Gespräche. Schon lange will ich ihn fragen, wie er die Gleichberechtigung von Mann und Frau sieht. Oder auch von ihm wissen, wie er über deutsche Frauen denkt. Erfolgsgeschichten und Kommentare von geflüchteten Frauen standen auf der List of item. Mich interessierte aber auch die Sichtweise eines Mannes aus einem anderen Kulturkreis. Ungerechte Behandlung und Machtdemonstrationen kann ich immer schlechter wegstecken. Und ich finde, das ist gut so. Ich mache mir aber auch Gedanken, ob uns mit einem Teil der geflüchteten Männer, die patriarchalische Strukturen gewohnt sind, Konflikte bevor stehen. Hier in Deutschland durfte ich schon einige syrischen Frauen nachvollziehen lernen.

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